Geschichte

In den 30. Jahren des 18. Jahrhunderts ließ er in Podmokly (Bodenbach) einen Jagdhof errichten, zu dem ein Jagdzeughaus und ein Hundezwinger gehörten. Dieses Gelände, das heute das Tetschner Museum und das Staatsarchiv beherbergt, wurde zum Zentrum der Thunschen Forstverwaltung und später zur zentralen Vermögensverwaltungsstelle des Tetschner Familienzweiges von Thun.

Das Tetschner Herrengut mit dem Tetschner Schloss als Mittelpunkt gehörte zu den wichtigsten Besitztümern der Thun. Ihr Umfang belief sich auf über 10.000 Hektar. Zu dem Herrengut bzw. Großgrundbesitz gehörten auch eine Brauerei, eine Weinbrennerei, Steinbrüche, eine Kellerei, Ziegelwerke und Wirtschaftshöfe. Den überwiegenden Teil des Herrenguts bildete jedoch ein weitläufiger Waldkomplex, der sich entlang der böhmisch-sächsischen Grenze von Tisá (Tissa) und Vysoký Sněžník (Hoher Schneeberg) bis zum Elbtal zog. Und inmitten dieses Gebiets steht die Christianenburg.

Sie sollte als Zufluchtsort und Ausgangspunkt für das Jagdvergnügen der Besitzer des Tetchner Herrenguts dienen. Es stand hier wahrscheinlich schon von Beginn an auch ein Hegerhaus mit einer kleinen Wirtschaft und die Christianenburg war auch Zentrum eines der Thunschen Forstreviere. Laut eines auf das Jahr 1767 datierten Berichts sollte der Graf Johann Josef Thun zur damaligen Zeit in der Christianenburg einen Grenzwachposten errichtet haben. Ein gewisser Pankratius Müller sollte damals die ordnungsmäßige Einhaltung der Grenze zwischen dem Tetschner Herrengut und Sachsen überwachen, die gräflichen Wälder vor Dieben schützen und gleichzeitig das Objekt der Christianenburg an sich bewachen. Die Grenzen zwischen Sachsen und dem Tetschner Herrengut waren im 17. und 18. Hundert Gegenstand langwieriger Streitigkeiten. Damals war sogar die gesamte Grenze mit einem Zaun abgeriegelt, um das Wild von der Migration in das jeweils andere Land abzuhalten.

Historische Bilder von 1904

Während die Jagd im 18. Jahrhundert ihre Glanzzeit erlebte, war die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts diesem Vergnügen nicht besonders zugeneigt. Damals war der Graf Franz Anton von Thun und Hohenstein (1786–1873) Besitzer von Tetschen. Zu seiner Zeit erlebte das Tetschner Herrengut eine außergewöhnliche Entwicklung und wirtschaftlichen Aufschwung. Der Graf Franz Anton verwaltete sein Gut nach den modernsten wirtschaftlichen Methoden, förderte das Schulwesen und die aufkommende Industrie. Das Tetschner Herrengut gehörte damals zu den modernsten und bestverwalteten adeligen Herrschaftsgebieten in den Böhmischen Ländern. Auch zu dieser Zeit erhielt die Forstwirtschaft natürlich die ihr gebührende Pflege.
Die Jagd hat in den hiesigen Revieren erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder an Beliebtheit gewonnen. Zu Zeiten, als sich das Herrengut im Besitz des Grafen Franz Anton von Thun und Hohehstein (1847–1916), eines böhmischen Vogtes und österreichischen Ministerpräsidenten (ab 1911 Fürst), befand, wurde das Gebiet zum beliebten Jadgrevier für Mitglieder der bedeutendsten Adelsfamilien der Monarchie – der Herren von Schwarzenberg, Lobkowicz, Nostitz…
Die Tetschner Reviere waren auch bei den Mitgliedern des Hauses Habsburg beliebt, z. B. beim Kronprinz Rudolf. Zu den Gästen gehörte auch der Thronfolger Franz Ferdinand d’Este, berühmt für seine fast schon krankhafte Jagdpassion.

Ihrem ursprünglichen Zweck und der Erbauerfamilie diente die Christianenburg bis 1945. Ihr letzter Besitzer aus der Familie Thun war der Fürst Franz Anton von Thun und Hohenstein (1890–1973). In den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Jagdschloss häufig genutzt und diente der Fürstenfamilie eigentlich als Sommersitz. Die letzte Generation der Herren von Thun, die noch in Böhmen zur Welt kam, erinnert sich noch heute gerne an das Leben auf der Christianenburg.


Mit dem Jahr 1945 kam jedoch eine einschneidende Wende. Am Kriegsende wurde die Christianenburg von den durchmarschierenden Truppen von General Vlasov geplündert, genauso wie die hiesigen Wälder. Nach dem Krieg wurde das gesamte Thunsche Vermögen unter die Nationalverwaltung gestellt und die Fürstenfamilie musste Böhmen nach mehr als drei Jahrhunderten verlassen. Das konfiszierte Vermögen ging in den Staatsbesitz über, die Wälder und forstwirtschaftliche Objekte, einschließlich der Christianenburg, wurden von den Staatlichen Forstbetrieben übernommen.

Historische Bilder von 1904

Die Christianenburg bestand damals aus drei Gebäuden – einem Forsthaus, das dem Oberförster diente, einem Hegerhaus für zwei Förster und einem Gebäude, das als Waldarbeiter-Herberge genutzt wurde. Das Hegerhaus wurde 1948 komplett umgebaut und es waren weitere Renovierungsarbeiten geplant. Anfang der 50. Jahre wurde jedoch die Bewachung der Grenzen mit der damaligen Deutschen Demokratischen Republik verschärft, die Christianenburg stand auf einmal in einem militärisch bewachten Grenzgebiet, verfiel langsam und fast hätte sie das gleiche Schicksal ereilt wie viele anderen grenznahen Objekte, die zu der damaligen Zeit abgerissen wurden. Innerhalb der Grenzzone dürfte Waldwirtschaft nur eingeschränkt und unter Militäraufsicht betrieben werden, Jagdreviere wurden abgeschafft. Dieses strenge Regime dauerte bis 1966 an. In den 70. Jahren wurde die verfallene Christianenburg teilweise renoviert, damit sie von den Staatlichen Forstbetrieben für gesellschaftliche Anlässe genutzt werden kann. Weitere Umbauten folgten dann Anfang der 90. Jahre des 20. Jahrhunderts.

Derzeit befindet sich die Christianenburg im Besitz der Kristin Hrádek s. r. o., die das Objekt von den tschechischen Staatlichen Forstbetrieben 2009 erwarb. Der neue Besitzer hat das Gebäude gefühlvoll saniert und in seiner ursprünglichen Form renoviert. Das Ergebnis ist ein Hotelkomplex mit Übernachtungskapazität von 34 Betten in unterschiedlich großen Zimmern und gehobeneren Appartements.

Historische Bilder aus der Vorkriegszeit

Verfallene Kristinin Hradek

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